Die fünf Prinzipien des friedlichen Zusammenlebens

Sie sind auch bekannt unter der Bezeichnung Panchsheel-Vertrag (Panchsheel Treaty). Dabei handelt es sich um eine Reihe von Prinzipien, die als Grundlage der Beziehungen zwischen Indien und China dienen sollen. 1954 kam es zu einem Abkommen zwischen Indien und China, in dem die Gepflogenheiten in Bezug auf Handel und Verkehr in der tibetischen Region, die teilweise zu China und Indien gehört, vertraglich geregelt wurden. Am 29. April 1954 wurde es in Peking unterzeichnet.

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Im Wesentlichen lauten die fünf Prinzipien:

1. Gegenseitige Wahrung des Respekts für die territoriale Integrität und Souveränität des anderen

2. Gegenseitige Friedfertigkeit

3. Gegenseitige Nicht-Einmischung in die internen Angelegenheiten

4. Gleichberechtigung und Handel im gegenseitigen Nutzen und …

5. … für ein friedliches Zusammenleben

Das Abkommen wird auf außenpolitischer Ebene angewendet und soll ein gegenseitiges Vertrauen schaffen, damit langfristige wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen entstehen können. Das Panchsheel diente später als Vorlage für eine Vielzahl weiterer Erklärungen und Resolutionen anderer Nationen und Orte der Welt.

In modifizierter Form wurden die obigen Prinzipien in eine Erklärung auf der historisch bedeutungsvollen asiatisch-afrikanischen Bandung-Konferenz veröffentlicht. Bandung ist die Hauptstadt der indonesischen Provinz West-Java. Teilnehmer waren politische Vertreter von 29 Staaten aus Asien und Afrika, wodurch seinerzeit mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentiert wurden. Aus den ursprünglich fünf Prinzipien entstanden dabei insgesamt zehn (The Ten Principles of Bandung).

Die zehn Prinzipien von Bandung:

1. Respektierung der Menschenrechte sowie der Grundsätze und Ziele der UN-Charta

2. Achtung der territorialen Integrität und Souveränität aller Nationen

3. Anerkennung der Gleichheit aller Rassen und aller Nationen – unabhängig von ihrer Größe

4. Nicht-Einmischung in die internen Angelegenheiten anderer Länder

5. Respektierung des Rechts einer jeden Nation auf individuelle oder kollektive Selbstverteidigung im Einklang mit der UN-Charta

6. Unterlassung der Abschlüsse kollektiver Verteidigungspakte, die den spezifischen Interessen einzelner Großmächte zugute kämen

7. Unterlassung jedweder Handlungen wie Gewalt-Androhungen oder -Aktionen gegen die politische oder territoriale Unabhängigkeit eines Landes. Unterlassung jeder Form von politischer Druckausübung.

8. Bemühung zur Beilegung internationaler Auseinandersetzungen auf friedlichem Wege mittels Verhandlung, Schlichtung, gerichtlicher Schiedsverfahren und Entscheidung sowie weiterer Mittel der gemäß der UN-Charta

9. Förderung des gegenseitigen Interesses sowie der Zusammenarbeit

10. Achtung der internationalen Verpflichtungen und der Gerechtigkeit